Wechsel zur gesetzlichen Krankenversicherung erleichtert

Berechnung der Vorversicherungszeiten neu geregelt

 

Privat krankenversicherten Selbständigen ist der Rückweg in die gesetzliche Versicherung nur möglich, wenn sie ihre Selbständigkeit aufgeben, vor dem 55. Lebensjahr wieder sozialversicherungspflichtig beschäftigt werden und das Einkommen unter der Versicherungspflichtgrenze liegt (59.400 Euro in 2018).

Nach Vollendung des 55. Lebensjahres ist nur noch eine beitragsfreie Familienversicherung beim gesetzlich versicherten Ehegatten/eingetragenen Lebenspartner möglich, vorausgesetzt, das Gesamteinkommen des Familienversicherten übersteigt monatlich nicht 435 Euro.

Doch selbst ein gelungener Wechsel in die gesetzliche Krankenversicherung garantiert im Rentenalter keine Pflichtversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung der Rentner (KVdR). Um zu prüfen, ob die dafür erforderlichen Vorversicherungszeiten erfüllt sind, wird der Zeitraum zwischen der erstmaligen Aufnahme einer Erwerbstätigkeit und der Stellung des Rentenantrags betrachtet. Entscheidend ist die zweite Hälfte dieses Zeitraums. Hiervon müssen mindestens 9/10 der Zeit mit Pflichtversicherung, freiwilliger Versicherung oder Familienversicherung nachgewiesen werden.

Eine Gesetzesänderung zum 1. August 2017 erleichert den Zugang zur KVdR. Für jedes Kind (leibliches Kind, Adoptiv- oder Pflegekind) werden pauschal drei Jahre Versicherungszeit angerechnet. Wer das Kind tatsächlich erzogen hat und ob für die Betreuung die Erwerbstätigkeit unterbrochen wurde, ist unerheblich.

Beispiel

Ein Zahnarzt, Vater von drei Kindern, führt seine Praxis 30 Jahre selbständig, bevor er sie an seine Kinder übergibt und noch für 10 Jahre nichtselbständig beschäftigt wird. Der Zahnarzt ist während seiner  Selbständigkeit privat krankenversichert und als Angestellter gesetzlich pflichtversichert.

Für eine Pflichtversicherung in der KVdR muss der Zahnarzt in den letzten 20 Jahren ((30 + 10) x ½) vor  Rentenbeginn 18 Jahre Vorversicherungszeit nachweisen. Nachweisen kann er 10 Jahre (Pflichtversicherung) sowie 9 Jahre für die drei Kinder, insgesamt also 19 Jahre. Der Zahnarzt ist damit in der KVdR pflichtversichert. Er muss nur Beiträge in Höhe von 7,3 % (Anteil des Rentners) zuzüglich des kassenindividuellen Zusatzbeitrags
seiner Renteneinkünfte zahlen, die anderen 7,3 % werden von der gesetzlichen Rentenversicherung getragen.
Ohne die Gesetzesänderung oder mit nur zwei Kindern würde der Zahnarzt die Vorversicherungszeit nicht erfüllen. Er könnte sich zwar freiwillig gesetzlich weiterversichern, müsste dann aber nicht nur auf seine Renteneinkünfte Beiträge entrichten, sondern auch auf alle anderen Einkünfte. Auf diese würde sogar der volle Beitragssatz von 14,6 % fällig. Selbst bei nur geringen Gesamteinkünften müssten auf 1.015 Euro (allgemeine Mindestbemessungsgrundlage) Beiträge zur KVdR gezahlt werden.

Auch wer einen Rentenantrag vor dem 1. August 2017 gestellt hat, kann prüfen lassen (formloser Antrag), ob die Vorversicherungszeit erfüllt ist. Ist dies der Fall, tritt rückwirkend ab dem 1. August 2017 die Versicherungspflicht in der KVdR ein. Daher sollte sorgfältig aber schnellstmöglich geprüft werden, ob ein Antrag sinnvoll ist. Denn bis zu einer Kündigung der privaten Krankenversicherung müssen Beiträge sowohl zur  gesetzlichen als auch zur privaten Versicherung gezahlt werden.

(Stand: 08.02.2018)

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